Carpe Diem III – Zeit fürs Innehalten, Ruhe genießen?

„Der Mensch ist wie seine Umgebung.” Euripides

Hatten Sie genügend Zeit im Urlaub, um innezuhalten. Ruhe zulassen und genießen. Konnten Sie genug Energie und Kraft tanken? – oder ist alles schon wieder „untergegangen im Fluss des täglichen Lebens“, in den Anforderungen Ihres persönlichen Umfelds.

Die Sehnsucht nach Ruhe wird zu einem Dauer-Symptom in der aktuellen Burn-out Diskussion. Entspannungstechniken, Ruhe und Stille werden den Burn-out Patienten als „Heilungsmethoden“ angeboten, die dann nach der Rückkehr in ihr privates wie berufliches Umfeld wieder „verpuffen“, wie eine ebenso verpönte Zigarette.

Burn-out = Chefsache ist eines meiner Kernthemen. Seitdem erhalte ich ungefragt regelmäßig Post und Information einer anerkannten Reha-Klinik für seelische Gesundheit, gerichtet an Führungskräfte und Selbstständige. Im Prospekt die typischen Bilder von Autogenem Training bis Qui Gong, Teamsitzungen und Ruhe-Inseln. Angebote von rund 8 Wochen, um Ruhe zu finden, runterzuschalten. Eine Ausnahmezeit, die so niemals wieder auftreten wird. Auch Unternehmen, die gerade in ihrem Gesundheits-Management eine Vielzahl solcher Präventiv-Programme anbieten, doktern an diesen Symptomen herum. Sie ändern jedoch nichts an ihrer Unternehmenskultur und noch weniger an ihren Leistungskriterien und Zeitmanagement. Vielmehr sollten Mitarbeiter wie Führungskräfte nun “zusätzlich“ Zeit für diese Workshops finden. Wobei ehrlich gesagt, fast niemals Führungskräfte anzutreffen sind, obwohl gerade diese als Vorbild vorangehen sollten. Deshalb nutzen viele Executive Coaching, die schon mal Erschöpfungssymptome erlebt oder gar Programme abgebrochen haben. Meine Klienten sind meist sogenannte „High Performer“. Sie brennen gerne. Wenn sie nicht voller Leidenschaft und Energie sind, dann fehlt ihnen das „Salz in der Suppe“ des Lebens.

Klaus B., Unternehmensberater, 52 Jahre: „Klar wollte ich Ruhe. Ich hatte mir endlich mal einen Freiraum von 4 Wochen geschaffen, um auf einer Insel voll auszuspannen. Hatte mich darauf gefreut, gut geplant – alles freigeschaufelt. Kein Anruf, keine Mail – nichts, nur Wind, Dünen, Strand, Meer…. Alles, was sie einem als Ideal vorgeben, um wieder innezuhalten und zu sich zu kommen. Dann war sie da – die Ruhe, die Stille, die freie, endlos dauernde Zeit. Ich konnte sie nicht aushalten. Es war Horror pur, – der größte Stress. Ich bin geflohen! – und weiß nun über unser Coaching, dass ich meine Energiequellen anders auftanken muss als mit den „landläufigen Methoden“.

Zeit fürs Innehalten – bitte nicht automatisch mit Ruhe-Aushalten verbinden. Innehalten heißt vor allem: Stopp sagen – raus aus dem Alltagstrott. Eine andere Sichtweise einnehmen, auf sich selbst und das eigene Leben. Erst dann setzt Reflexion ein und die muss nicht „im stillen Kämmerlein“ erfolgen. Gerade nicht bei pro-aktiven Leistungsträgern, deren Umfeld davon geprägt ist, ständig in der höchsten Taktfrequenz zu schlagen. Um im eigenen Rhythmus bleiben zu können, nicht von 100 auf 0 abbremsen, sondern nur eine leichtere Gangart einzuschlagen. Genauso wie bei einem guten Training, da stoppen sie auch nicht abrupt nach dem anstrengenden Intervalltraining, sondern machen einen sogenannten Cool-down. Ein angenehmes Auslaufen, in dem sie ihren Körper warm und energiegeladen spüren können.

Mit meinem Klienten eruiere ich ihre ganz persönlichen Energiequellen: • Was macht Ihnen Freude? Wo spüren Sie am meisten Energie und Kraft? • Was wollten Sie schon lange mal machen? • Wenn Sie ein Abenteurer wären, was wollten Sie entdecken? Was reizt sie und sie hatten nur noch nicht die Zeit, dies zu tun? Warum verschieben Sie dies auf später? Machen Sie es jetzt! – Neue Seiten an sich entdecken und mal etwas völlig Neues wagen, eine neue Sportart (Segeln, Tauchen) oder neue Länder kennenlernen. Eben eine etwas andere Herausforderung, die nichts mit dem beruflichen Umfeld zu tun hat und dennoch weitere Potentiale der Persönlichkeit entdecken lässt. Neues an sich entdecken oder wieder zulassen.

Denn für Leistungsträger bedeutet gerade das Gefühl der Stagnation extrem viel Stress. „Ich will meine Zeit möglichst gut nutzen. Nicht mit Schlaf vertrödeln.“ – sind extreme Anmerkungen hierzu. Aber selbst Nobelpreisträger finden oft erst dann die durchschlagenden Ergebnisse, wenn sie ihr Labor verlassen und ihr Gehirn „freigeschaltet“ haben, – „raus aus der Box“ springen und spielerisch neue Lösungen finden.

Schritt 1: Innehalten = Stopp sagen zum Alltag
Sei es an einem Abend in der Woche, am Wochenende, im Urlaub und dann bewusst etwas Neues tun. Damit erleben Sie wieder Energie & Kraft. Sie lassen sich ganz ein auf das Neue, sind als „Anfänger“ konzentriert auf Ihr Tun, voll im „Flow“.
Sabine F, Bereichsleiterin IT eines Energie-Unternehmens, 47 Jahre: „Ich habe einen Aikido-Workshop besucht. Zum ersten Mal spürte ich wie Körper und Geist zusammenspielen können. Eine Einheit bilden und ganz souverän auf Angriffe antworten. Es hat Spaß gemacht. Ich konnte diese Erfahrung später sogar sehr gut im Beruf wie auch in privaten Situationen umsetzen. Bewegung, Klarheit und souveräne Ruhe – einfach gut.“

Schritt 2: Neues (wieder) entdecken – Energie tanken

Herbert K, Finanzvorstand eines Software-Unternehmens, 55 Jahre: „Fast unverständlich, aber ich konnte mal gut malen. Paris – die Expressionisten haben es mir angetan. Dann habe ich das natürlich „ad acta“ gelegt. Erst durch Ihre Anregung, habe ich was Extremes gewagt: Mit einem modernen Künstler, den ich in einer Ausstellung kennengelernt habe, wieder malen und mit Farben experimentieren. Dann sogar eine Reise nach Paris, in der ich die Stadt ganz anders kennengelernt habe. Licht & Muße – ich habe alle Eindrücke auf mich einwirken lassen.“

Schritt 3: „Mal nichts tun“ – Müßiggang genießen

In einem Umfeld, in dem „Nichts-tun“ gleichgesetzt wird mit Faulheit, Unproduktivität, Nutzlosigkeit, Vergeudung und Versagen – ermöglichen die Schritte 1 und 2 oftmals erst die reale Möglichkeit für Leistungsträger nun wirklich zur Ruhe kommen zu können. Sie können nun Ruhe zulassen und mit ihr wie mit einer guten Freundin umgehen. „Die größte Errungenschaft- ich habe mir meine Wochenenden nun zu 90% gesichert. Keine Termine, Mails, beruflichen Telefonate. Ich genieße diese Tage ohne Planung. Ich kann wieder Faulenzen“, Florence V, Partnerin einer Steuerberatung, 44 Jahre.

EWMD: Burn-out = Chefsache

Posted on April 5, 2011

Denn erschreckende 70% der Gesundheitskosten beziehen sich auf Depression und Burn-out.

Unserer Wirtschaft und Gesellschaft geht aber viel mehr verloren. Kreativität, Innovation und Produktivität – die Lust am Ergebnis der eigenen Leistung, die Freude an der Arbeit und Sinn im Leben selbst.

Gerade Leistungsträger unserer Gesellschaft sind gefährdet – perfekt erschöpft, begeisterte Workaholics aber nicht mehr fähig unsere Wirtschaft als “Knowledge-Worker” zukunftsfähig gegenüber Wirtschaftsmächten wie China auf- und auszubauen. Perfekt erschöpft mit 40, obwohl unser demographischer Wandel es bedingt, dass wir bis 70 leistungsfähig bleiben.

Der “Faktor Mensch” wird im Wettbewerb immer wesentlicher. Wir wandeln uns von einer Wissens- zu einer Bewusstseinsgesellschaft. Wissen allein reicht nicht, sondern erst die wirksame Umsetzung von Wissen bringt Erfolg – dies bedingt das Leben von Werten und der positive Einfluss auf das Verhalten seiner selbst wie anderer Menschen.

Die Herausforderung:
Wertorientiert führen – sinnvoll leben und das Ziel: Sinnvoll weniger arbeiten – mehr leisten!

Themenabend/Vortrag beim EWMD München am Montag, 15. November 2010

18.30 Uhr Buffet & NetzwerkenBurn-out=Chefsache
19.30 Uhr Vortrag

im IBZ, Amalienstr. 38 in 80799 München

Referentin: Roswitha A. van der Markt

ist Autorin, Unternehmens-beraterin, Leadership Coach und Vortragsrednerin mit mehr als 20 Jahren Management-Erfahrung in der Industrie und als geschäftsführende Partnerin der weltweit führenden Unter-nehmensberatung Accenture. Mitte der 90er Jahre absolvierte sie das Executive-MBA-Programm der Harvard-University in Kooperation mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT). Seit 20 Jahren begleitet die erfahrene Change-Management-Expertin M&A- Projekte, Strategie- und Organisationsentwicklungen und berät und coacht das Management von Top Unternehmen bei Human Performance Strategien.

Als Management Trainerin, Coach, Autorin wie inspirierende Rednerin konzentriert Sie sich auf Leadership und wertorientierte Führung. Mit ihr finden Leistungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem selbst-bestimmten Leben, das ihrer wahren zeitgemäßen Vorbildfunktion tatsächlich gerecht wird. Dies lässt ihnen den Raum und die Zeit dafür, sich selbst und anderen das wert zu sein, was ihr Herz wirklich ernährt. 

Eckart von Hirschhausen im Symposium „Positive Psychologie“

Auch Eckart von Hirschhausen war auf dem Symposium „Positive Psychologie“ in Berlin dabei. Ein kurzer, knackiger und wie von ihm gewohnt äußerst humorvoller Beitrag zum Thema Glückforschung.Eckart v Hirschhausen & Roswitha van der Markt

Glück ist aktiv und beschränkt sich nicht auf Glücksmomente, Geld, Vergnügen, sondern wie bei Prof. Gerald Hüther ( vorheriger Beitrag) vor allem auf mitmenschliche Gefühle wie Mitgefühl, Mitfreude. Leider haben wir Deutsche nach Eckart von Hirschhausen eine Tendenz zum Jammern und Schlechtreden. Wesentlich ist es, das ständig „schlechte Gequatsche“ im eigenen Hirn und auch unter anderen Menschen abzuschalten und das Positive herauszufinden.

Unser Gehirn ist quasi unser „Jurist der Steinzeit“, der ständig nach Fehlern und Gefahren sucht – damals war das zum Überleben auch notwendig. Jetzt brauchen wir aber Stories zur Elavation, raus aud der Krise und sich im Networking mit anderen Menschen, uns und den anderen etwas Gutes tun und sich gegenseitig aufbauen.

Übrigens wir brauchen nicht jammern – stetiges „Glück“ lässt uns stagnieren und geistig verarmen. Wir brauchen ein Stück Unzufriedenheit zur Veränderung und Verbesserung. Permanentes Glück wäre die Hölle.

Symposium „Positive Psychologie“ in Berlin

Am 10. Juli fand in Berlin das Symposium „Positive Psychologie“ an der Freien Universität statt.

Beeindruckende Vorträge von Prof. Dr. Gerald Hüther (Neurobiologe) und Prof. Dr. Martin Seligman, den Begründer der Positiven Psychologie.

Prof. Dr. Gerald Hüther fokusiert sich auf die Positive Hirnforschung und legte überzeugend dar, dass unser Gehirn gesellschaftliche, vor allem sozial-mitmenschliche Beziehungen braucht, um fit und rege bis ins hohe Alter zu sein und zu bleiben. Zeitlebens sind neue Verschaltungen und Verstärkungen unserer Synapsen möglich. Unser Gehirn kann sich immer wieder ändern und auch fest eingeschlagene Strukturen und Muster wieder aufbrechen.

Dazu muss man aber den Mut und Willen haben, vieles zu lernen, Neugier auf Neues haben und vor allem mit Begeisterung tun. Daher sollte alles, was man tut, mit positiven Gefühlen verbunden sein. So bleibt es intensiv und lange im Gedächtnis verankert und kann mit anderen Erfahrungen vernetzt werden.

Kann ein 85-jähriger problemlos und schnell Chinesisch lernen?
Selbstverständlich – vor allem, wenn die Motivation und Begeisterung stimmt. Wenn er z.B. eine schöne chinesische Geliebte von 70 Jahren hat, die wieder in ihr Heimatdorf ziehen will, dann lernt dieser 85-jährige Chinesisch in kürzester Zeit.

Entscheidend ist also nach Hüther, niemals die Lust am Lernen und Leben verlieren Begeisterung und Neugier bewahren sich zu fragen, was ist für mich wichtig. Worauf kommt es mir im Leben an?

Schlechte Gefühle beim Lernen oder Arbeiten dagegen behindert die Leistung und verhindern die Erinnerung. Nach Meinung Hüther´s sollte man deshalb auf die Auswirkungen unseres Tuns mehr Augenmerk legen. Die starke Einbindung in soziale Strukturen schafft Erfahrungen und strukturiert, fördert oder blockiert unsere Gehirn-Leistung. Wesentlich ist, sich selbst Mut machen, sein Potential zu entfalten und sich gegenseitig begeistern, im Team – zusammen/ gemeinsam Probleme zu lösen und Ergebnisse, Erfolge zu erzielen. Diese Verbundenheit im sozialen System fördert unser Gehirn wie unsere generelle Gesundheit und Wohlbefinden. Egoismus ist dagegen – laut Prof. Hüther – eine Defizienzerfahrung und in Deutschland fände man leider eine massive Defizienzerfahrung. Je liebloser also unsere Welt umso schlechter für unser Hirn.

GSA Events

Wissen + Karriere Ausgabe 02/2010

28.1.2010 von Roswitha van der Markt. Welch eine Überraschung – in der aktuellen Ausgabe von “Wissen + Karriere” ist ein Artikel von mir zur Lesen zum Thema Persönlichkeit. Wen es interessiert, bitte weiterlesen unter http://www.wissen-karriere.de.. 

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Marke & Ethik

17.9.2009 von Roswitha van der Markt.GSA Diskussionsrunde mit Sabine Asgodom, Gaby Graupner, Jon Berndt über Werte und Ethik im aktuellen Speaker und Trainer Business. Diskutiert wurden gerade die Konsequenzen der Wirtschaftskrise und wie fehlende Werte dazu geführt haben. Gerade Speaker, Trainer, Coaches und Berater haben eine wesentliche Verantwortung in ihrer Arbeit mit Persönlichkeiten und Unternehmen. Meine kritischen Kommentare hierzu: Der CEO als erster Diener des Unternehmens -zurück zu traditionellen Werte Anstand, Gewissen, Verantwortung für die Mitmenschen übernehmen, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit, Hilfe leisten wie Respekt vor der Persönlichkeit des anderen. Erst wenn wir Führungskräfte auf den wesentlichen Prositionen in Wirtschaft und Politik finden, die sich ihrer nachhaltigen Verantwortung bewusst sind – sind wir einen Schritt weiter. 

 marke & ethik              marke & ethik-in discussion.jpg Lesen Sie dazu meinen Artikel in der Coachingheute 

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GSA Convention 2009 in Mannheim

17.9.2009 von Roswitha van der Markt. 

Monica Deters, Siegfried Brockert & Roswitha van der Markt      Sabine Asgodom & Roswitha van der Markt    3 Tage – GSA Convention mit den PEG-Workshops (Professional Expert Groups) und internationalen Vorträgen von Kollegen aus den USA und Niederlande. Sabine Asgodom – wie immer mit ungeheurer Präsenz und Power übergab ihre Präsidentschaft an Prof. Dr. Lothar Seiwert. Herrlicher Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen, ein herrliches Gala-Dinner und eine Bootsfahrt rundeten das Programm ab mit Tanzen bis in den frühen Morgen. 

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Accenture Golf Turnier 03.07.09

17.9.2009 von Roswitha van der Markt.Ein herrlicher Sommertag und ein wunderbarer Golfplatz – es war heiß, heiß, aber ich habe gewonnen. Nearest to the Pin! – eine echte Freude frühere Kollegen wieder zu treffen und neue kennenzulernen. Ein guter Flight und Genuß, zusammen auch mit meinem Mann Johannes.

Mein Flight   Sieg!   Preise ___________________________________________________________________

Mein Blogger Start:

… es kann also nun losgehen. Ich freue mich nun auf einen regen Austausch zu den Themen

  • Leadership Coaching
  • Life Coaching
  • Gesundheits-Coaching

Beste Grüße

Roswitha

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